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Weil Gott auch auf dem Schulhof ist - Bonifatiuspreis geht an St. Michael Berufskolleg Ahlen für Firmprojekt

FirmungManchmal begegnet man dem Heiligen Geist im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof – davon sind die Verantwortlichen des Projekts „Der Sehnsucht neue Räume öffnen – Firmung an der Schule“ am St. Michael Berufskolleg in Ahlen überzeugt. Und diese Überzeugung haben sie so erfolgreich umgesetzt, dass sie dafür belohnt wurden: In München hat eine Delegation der Schule, die in Trägerschaft des Bistums Münster ist, am 6. November den „Bonifatiuspreis für missionarisches Handeln“ erhalten.
Verliehen wird der Preis alle drei Jahre vom „Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken“. Es würdigt damit Aktivitäten und Ideen, die den missionarischen Auftrag der katholischen Kirche engagiert und innovativ erfüllen. Die weiteren Preise gingen ins Bistum Osnabrück (erster Preis), ins Erzbistum München und Freising (zweiter Preis) sowie in die Erzbistümer Berlin und Freiburg (Sonderpreise). Insgesamt hatte es 123 Bewerbungen gegeben.
Eingebettet war die Preisverleihung in den Festakt zur Diapora-Aktionseröffnung in der Kar-meliterkirche. Der Münchener Kardinal Reinhard Marx, der zugleich Vorsitzender der Deut-schen Bischofskonferenz ist, gehörte zu den ersten Gratulanten. Gegenüber den Ahlenern zeigte er sich erfreut darüber, dass erstmals eine Schule zu den Preisträgern gehört.
Für das Berufskolleg nahmen Schulleiter Lothar Weichel, Noelle Vatterodt und Moritz Dieckmann, die ab Mitte November an dem Firmkurs teilnehmen werden, sowie Johannes und Stefanie Gröger den dritten Preis entgegen. Gröger war es, der als Religionslehrer und Diakon die „Firmung an der Schule“ vor zwölf Jahren ins Leben gerufen hatte. Dazu angeregt hatten ihn Schüler.
„Losgelöst von der traditionellen Vorbereitung in einer Kirchengemeinde und als Angebot außerhalb des Unterrichtes ist dieser Kurs eine Möglichkeit für jene Schülerinnen und Schü-ler, die – aus welchen Gründen auch immer – in ihrer Kirchengemeinde nicht zur Firmung gingen“, erklärt er. Durch viel positive Erfahrungen bestärkt, biete man in zweijährigem Rhythmus einen solchen Firmkurs an. „Schließlich ist die Schule ein wichtiger Lern- und Le-bensort für Jugendliche und oft der einzige Raum, in dem sie sich mit Religion auseinander-setzen“, sagt Gröger. Die Firmkatechese findet in der Schule statt. Dort spendet der Weihbi-schof auch die Firmung, im Rahmen eines Schulgottesdienstes, sodass die ganze Schulge-meinschaft eingebunden ist.
Bei der Firmung bekräftigen die Firmanden ihren Glauben, zu dem sich bei ihrer Taufe stell-vertretend ihre Eltern bekannt haben. Zurückgehend auf das biblische Pfingstereignis, bei dem der Heilige Geist Jesu Jünger für die Verkündigung der Frohen Botschaft stärkte, soll auch die Firmung im Glauben festigen.
51 Schülerinnen und Schüler sind diesen Weg am St. Michael Berufskolleg bisher gegangen. Über diesen Erfolg des Projekts und darüber, dass erstmals ein pastorales Projekt aus dem Bistum Münster den Bonifatiuspreis erhalten hat, freut man sich auch in Münster. So sagt Dr. William Middendorf, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Bistums: „Mit die-sem Preis wird ein pastorales Engagement an der Schule gewürdigt, das für junge Erwach-sene sakramentale Bestärkung im Glauben im eigenen Lebensumfeld bedeutet. Der Preis zeichnet so eine sehr gelungene Verbindung von pädagogischer und kirchlicher Präsenz aus.“
Aus pastoraler Sicht meint Pater Manfred Kollig, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge: „Sak-ramente gehören mitten in das Leben der Menschen – so wie bei diesem Projekt.“ In einem zentralen Bereich der Jugendlichen, der Schule, zeigt es ihnen: „Gott ist da, wo du bist. Er besiegelt sein Jawort zu dir und schenkt Dir seine Gaben, damit du verantwortungsvoll und mutig leben kannst.“ Diese Zusage, „dass sie Begabte sind und in ihrer Entwicklung wahr- und ernstgenommen werden“, sollten junge Menschen wie in der Schule so auch in den Heimatpfarreien erfahren und feiern können.
Johannes Gröger jedenfalls will sich weiter dafür stark machen, dass Schülerinnen und Schüler des Ahlener Berufskollegs diese Erfahrung in der Schule machen können. Dafür möchte er auch das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro einsetzen: „So wird manche Planung wesentlich erleichtert.“ Und er ermutigt – wie er es auch während seiner Arbeit mit Lehr-amtsstudierenden getan hat – andere Religionslehrkräfte, ähnliche Wege zu gehen. Denn es gebe eine Motivation, die zugleich den Erfolg des Projekts ausmache: „das große Interesse der Teilnehmer und der persönliche Kontakt zu ihnen.“

Bonifatiuspreis Platz 3In München nahmen die Ahlener den dritten Preis entgegen (von links): Jurymitglied Uta Raabe, Johannes Gröger, Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerks), Noelle Vatterodt, Lothar Weichel, Moritz Dickmann, Heinz Paus (Präsident des Bonifatiuswerks) und Kardinal Reinhard Marx. Foto: Kleibold / Bonifatiuswerk